Foto: NABU/Bernd Birkhahn

Schutz für Eisvogel und Auwaldnatur

NABU begrüßt Sperrungen des Floßgrabens für die Dauer der Brutzeit

 

Mitteilung der Stadt

Informationen zum Eisvogel

Auwaldschutz

Die Stadt Leipzig hat mit einer Allgemeinverfügung den Bootsverkehr auf dem Floßgraben und die Schleusenzeiten eingeschränkt. Ab sofort ist das Befahren des Floßgrabens mit Wasserfahrzeugen aller Art nur noch samstags und sonntags sowie an bundeseinheitlichen Feiertagen in den Zeiten von 11 bis 13 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr gestattet. Außerdem darf ein 20 Meter breiter Uferstreifen entlang des Floßgrabens auch von Land her nicht mehr betreten werden. Die Einschränkungen gelten vorerst bis zum 15. August 2013, also bis zum Ende der Brutzeit.

Damit will die Stadt den Schutz des Eisvogels gewährleisten, der den Floßgraben als Brutrevier und für den Nahrungserwerb nutzt. Der NABU-Regionalverband Leipzig konnte den aktuellen Brutverdacht und Eisvogelbeobachtungen bestätigen.

Der Eisvogel ist nicht nur eine bunte Schönheit in der heimischen Natur, sondern auch eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Tierart. Außerdem gehört der Floßgraben zu einem nach EU-Recht geschützten Europäischen Vogelschutzgebiet (SPA). Deshalb hat der NABU schon lange dementsprechende Maßnahmen gefordert und vorgeschlagen, den Floßgraben für den Bootsverkehr ganz oder zumindest zur Brutzeit zu sperren. Der NABU-Regionalverband Leipzig begrüßt, dass die Naturschutzbehörde der Stadt Leipzig nun die notwendigen Entscheidungen getroffen hat.

Der ökologisch sensible Floßgraben ist für einen intensiven Bootsverkehr ungeeignet. Das sollte bei wassertouristischen Nutzungskonzepten berücksichtigt werden.

Der NABU hofft, dass sich auch für die Benutzung anderer Auwaldgewässer naturverträgliche Lösungen finden. Insbesondere muss man verhindern, dass sie für die Befahrung mit kraftstoffbetriebenen Motorbooten freigegeben werden. Auf dafür geeigneten Gewässerabschnitten sollte jedoch eine umweltschonende Benutzung, beispielsweise mit Paddel- oder Ruderbooten, möglich sein, um die Natur auch vom Wasser aus genießen zu können.

Die Stadt Leipzig hat mit einer Allgemeinverfügung den Bootsverkehr auf dem Floßgraben und die Schleusenzeiten eingeschränkt. Ab sofort ist das Befahren des Floßgrabens mit Wasserfahrzeugen aller Art nur noch samstags und sonntags sowie an bundeseinheitlichen Feiertagen in den Zeiten von 11 bis 13 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr gestattet. Außerdem darf ein 20 Meter breiter Uferstreifen entlang des Floßgrabens auch von Land her nicht mehr betreten werden. Die Einschränkungen gelten vorerst bis zum 15. August 2013, also bis zum Ende der Brutzeit.

Damit will die Stadt den Schutz des Eisvogels gewährleisten, der den Floßgraben als Brutrevier und für den Nahrungserwerb nutzt. Der NABU-Regionalverband Leipzig konnte den aktuellen Brutverdacht und Eisvogelbeobachtungen bestätigen.

Der Eisvogel ist nicht nur eine bunte Schönheit in der heimischen Natur, sondern auch eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Tierart. Außerdem gehört der Floßgraben zu einem nach EU-Recht geschützten Europäischen Vogelschutzgebiet (SPA). Deshalb hat der NABU schon lange dementsprechende Maßnahmen gefordert und vorgeschlagen, den Floßgraben für den Bootsverkehr ganz oder zumindest zur Brutzeit zu sperren. Der NABU-Regionalverband Leipzig begrüßt, dass die Naturschutzbehörde der Stadt Leipzig nun die notwendigen Entscheidungen getroffen hat.

Der ökologisch sensible Floßgraben ist für einen intensiven Bootsverkehr ungeeignet. Das sollte bei wassertouristischen Nutzungskonzepten berücksichtigt werden.

Der NABU hofft, dass sich auch für die Benutzung anderer Auwaldgewässer naturverträgliche Lösungen finden. Insbesondere muss man verhindern, dass sie für die Befahrung mit kraftstoffbetriebenen Motorbooten freigegeben werden. Auf dafür geeigneten Gewässerabschnitten sollte jedoch eine umweltschonende Benutzung, beispielsweise mit Paddel- oder Ruderbooten, möglich sein, um die Natur auch vom Wasser aus genießen zu können.

Eisvögel am Floßgraben

Zwei nebeneinander liegende Eisvogel-Brutröhren am Floßgraben. Wahrscheinlich wird die rechte Röhre gegenwärtig genutzt.

Detailaufnahme der rechten Brutröhre. Am Höhlen­eingang sind frische Kotspuren zu erkennen.

Fotos: Karsten Peterlein

Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist mit seinem bunten Federkleid eine Ausnahmeerscheinung in der heimischen Vogelwelt. Er ist für seine Jagd nach Fischen auf saubere Gewässer angewiesen und für die Brut auf steile Ufer, in die er seine Brutröhren baut. Im Leipziger Auwald kann der Vogel beides finden, und deshalb brüten hier mehrere Paare der geschützten Vogelart.

Der ökologisch besonders sensible Floßgraben ist ein traditionelles Brutrevier des Eisvogels. In den letzten Jahren gab es weiterhin Eisvogelbeobachtungen, allerdings keine gesicherten Brutnachweise mehr. Unabhängig davon nutzten die Tiere den Floßgraben weiterhin als Jagdrevier. Durch die immer stärker werdende touristische Nutzung kam es zu häufigen Störungen, die den Bruterfolg gefährden. Dabei gibt es Störungen vom Land aus, besonders gravierend sind jedoch Störungen durch Boote, die den Floßgraben befahren. Dabei handelt es sich um eine recht hohe Anzahl von Paddelbooten, aber auch Fahrgastboote, die sogenannten „Leipzigboote“ benutzen den Floßgraben. Jedes Boot ist eine Störung für am Ufer brütende Vögel, wie den Eisvogel, aber zum Beispiel auch für Enten.

Im Frühjahr 2013 haben immer wieder Naturfreunde dem NABU berichtet, dass Eisvögel im Auwald, insbesondere aber auch am Floßgraben beobachtet werden konnten. Das bedeutet, dass es dringend notwendig ist, den Floßgraben als Lebensraum für den Eisvogel zu schützen, was nur möglich ist, wenn man den Bootsverkehr zumindest innerhalb der Brutzeit unterbindet. Der Floßgraben ist dabei nicht nur ein potenzielles Brutgebiet für den Eisvogel, sondern auch wichtig für den Nahrungserwerb, da einige andere Auwaldgewässer zwar geeignete Brutplätze bieten, ihre Wasserqualität aber für den Fischfang des Eisvogels zu schlecht ist.

Um festzustellen, ob in diesem Jahr eine Eisvogelbrut am Floßgraben nachgewiesen werden kann, wird das Gebiet seit Anfang Mai untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass eine Eisvogelbrutröhre sehr wahrscheinlich aktuell genutzt wird, denn es gab frische Kotspuren am Höhleneingang. Außerdem konnte zweimal ein Eisvogel beobachtet werden, der von der Pleiße her in den Floßgraben flog, wobei es sich auch um zwei unterschiedliche Individuen handeln könnte.

Der Floßgraben hat das Potenzial für zwei Eisvogelpaare als Brut- und Nahrungsrevier zu dienen. Die Beobachtungen belegen, dass er dafür gegenwärtig (noch) attraktiv ist. Ist das Gewässer für eine der beiden Nutzungsarten – also für die Brut oder für den Nahrungserwerb – nicht mehr verfügbar, ist der Bruterfolg von bis zu zwei Eisvogelpaaren gefährdet.

Weitere Kontrollen bestätigten den Brutnachweis, denn fütternde Altvögel konnten beobachtet werden. Am 25. Mai wurde zudem eine Zweitbrut nachgewiesen, da ein Altvogel eine neue Bruthöhle aufsuchte.

Bei den wöchentlichen Begehungen wurden die Störungen am Floßgraben dokumentiert. Diese werden beispielsweise durch das Fahrgastboot verursacht, das aufgrund seiner Größe fast die ge­samte Gewässerbreite einnimmt und die Vogelwelt beunruhigt. Außerdem verursacht der Bootsmotor eine deutlich sichtbare Trübung des Wassers, die mehrere Stunden anhält. Solche Trübungen verschlechtern die Jagdmöglichkeiten des Eisvogels, der auf klare Gewässer angewiesen ist.

 

Aber auch Kanus tragen zur Gewässertrübung bei, da die Paddler überwiegend nicht in der Lage sind, ihr Boot sicher durch den Floßgraben zu steuern. Im Durchschnitt sind es drei von fünf Booten, die bereits an der Einfahrt von der Pleiße in den Floßgraben scheitern und mit Paddeln oder dem ganzen Boot an die Uferböschung stoßen. Auch Überhohlmanöver im Floßgraben zeigten mehrfach, dass dieses Gewässer für die gleichzeitige Befahrung mit vielen Booten nicht geeignet ist. Zwangsläufig stoßen die Paddel gegen die Ufer und beschädigen diese.

 

Motorisiertes Fahrgastboot, das fast die gesamte Breite des Floßgrabens einnimmt, bei seiner Fahrt Vögel aufscheucht und durch aufgewirbelte Sedimente eine Gewässertrübung verursacht.

Foto: Karsten Peterlein

Nicht nur der Eisvogel, auch Schellenten, Zaunkönig und Gebirgsstelze sind regelmäßig gezwungen, den Booten immer wieder auszuweichen. Diese Störung kann bei mehrmaligem Auftreten zur dauerhaften Vergrämung der Vögel führen. Die Vorbeifahrt der Menschen direkt am Brutplatz löst bei den Tieren Stress aus und kann die Aufgabe des Brutplatzes zur Folge haben. Und das in einem Vogelschutzgebiet!

Bei den Beobachtungen konnte festgestellt werden, dass die Fluchtdistanz der Eisvögel im Floßgraben bei 30 bis 50 Metern liegt. Wenn sich ein Boot nähert, ist es den Tieren in dem engen Gewässer nicht möglich, am Boot vorbei zu flüchten. Deshalb entfernen sie sich immer weiter von dem Boot oder flüchten nach oben über den Wald. Dadurch entsteht eine große Distanz zum Brutplatz und zu den für die Jagd genutzten Sitzwarten. Diese Verzögerungen gefährden die Jungenaufzucht. Die große Fluchtdistanz führt außerdem dazu, dass die betreffenden Bootsfahrer den Eisvogel und seine Bedrängnis oft gar nicht bemerken.

Ein Umdenken in der Nutzung solch sensibler Naturräume ist wünschenswert. Der Floßgraben ist etwas Besonderes im Auwald, ein wahres Naturidyll, das die Menschen veranlassen sollte, respektvoller mit der Natur umzugehen.

Foto: NABU/Tom Dove

Erfreuliches Abstimmungsergebnis
BILD-Zeitung befragte ihre Online-Leser

Der Floßgraben ist bis August für Boote gesperrt, weil der Eisvogel dort brütet. Ist das in Ordnung?

79%
Ja! Die Tiere haben keine Chance, sich gegen lärmende Touristen zu wehren. Bevor der seltene Vogel ausstirbt, muss der Mensch zurückstecken.

21%
Nein! Dass in der Wasserstadt Leipzig die Verbindung zum Cossi gekappt wird, ist absurd. Die Vögel können auch woanders brüten.

Beendet am: 10.05.2013
Stimmen: 1635


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